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Dipl.-Ing. Andreas Könsgen |
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Kommunikationsnetze -- FB1 Universität Bremen Kufsteiner Str., NW 1 D-28359 Bremen |
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Tel.: (0421) 218-3339 Fax: (0421) 218-3601 |
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| E-Mail: username: ajk domainname: comnets.uni-bremen.de |
Seit April 2000 bin ich in der Arbeitsgruppe Kommunikationsnetze beschäftigt, die eine Abteilung des Instituts für Telekommunikation und Hochfrequenztechnik der Universität Bremen bildet.
Mobile Knoten, die benachnarten Funkzellen desselben oder verschiedener Standards angehören, können, wenn sie auf der Schicht 1 gleich sind, ein von einem Knoten des jeweils anderen Typs gesendetes Signal als Nutzsignal erkennen. Diese Information kann genutzt werden, um je nach Situation die Frequenz oder die Modulationsart zu wechseln oder die Sendeleistung zu verringern. Bei den Systemen, die auch auf der physikalischen Schicht unterschiedlich sind, ist eine solche Nutzsignalerkennung nicht möglich und daher eine Entscheidung, ob sich in der Nachbarschaft ein mobiler Knoten des jeweils anderen Standards oder einfach eine Störquelle befindet, wesentlich schwieriger.
Ziel der Untersuchungen ist die Entwicklung von Fairness-Strategien: Wenn in ein Netz, in dem sich eine Anzahl Knoten einer bestimmten Architektur befinden, eine Anzahl von Knoten der anderen Architektur eingebracht wird, so soll sich die gesamte Leistungsfähigkeit aller Übertragungen in derselben Weise ändern, als wenn die neu hinzugekommenen Knoten derselben Architektur angehören würden wie die bereits vorhandenen. Anders ausgedrückt: Kein System soll sich auf Kosten des anderen Systems Vorteile verschaffen.
Zur Durchführung der Untersuchungen werden in zwei Instanzen eines Simulators zunächst jeweils ein IEEE 802.11a-Netz sowie ein Hiperlan/2-Netz simuliert. Später sollen auch Simulationen zwischen IEEE 802.11b und Bluetooth vorgenommen werden. Die Knoten innerhalb einer Simulator- Instanz gehören jeweils einer der beiden Architekturen an. Jede der beiden Simulatorinstnanzen stellt ein Kanalmodell bereit, über das die Knoten miteinander kommunizieren. Das Kanalmodell berechnet die Verlustwahrscheinlichkeit für ein übertragenes Paket in Abhängigkeit von dessen Größe und der Sendeleistung und Position der beteiligten Kommunikationspartner und benachbarter Störer, wobei die Ausbreitungseigenschaften der hochfrequenten Sendesignale über ein einfaches Modell berücksichtigt werden.
Für die Untersuchung der gegenseitigen Beeinflussung zwischen benachbarten oder überlappenden Funkzellen müssen die beiden Simulatoren gekoppelt werden. Hierfür bedient man sich der High Level Architecture (HLA). Hierunter ist eine zusätzliche Software zu verstehen, über die die Simulatorinstanzen Informationen austauschen können. Eine Instanz kann eine Nachricht an die HLA-Schicht schicken, diese verteilt die Nachricht dann an alle anderen Instanzen. Jede Instanz entscheidet selber, ob die jeweilige Nachricht für sie von Bedeutung ist. In der konkrenten Implementierung sind die in den einzelnen Instanzen eingebetteten Kanalmodelle der Teil des Simulators, der über HLA Informationen austauscht. Erhält ein Kanalmodell eine Nachricht über ein in der anderen Instanz gesendetes Paket, so bezieht es Störeinflüsse, die von diesem Paket ausgehen, in seine eigenen Berechnungen mit ein. Die Simulationen im Bereich IEEE 820.11b und Bluetooth sollen durch Messungen mit entsprechender Hardware validiert werden. Auf diese Weise läßt sich erkennen, wie gut das Simulationsmodell arbeitet und wo Verbesserungen vorgenommen werden müssen.
Die Arbeitsgruppe Kommunikationsnetze betreibt ein Funknetz nach dem IEEE 802.11b-Standard im Gebäude des Fachbereichs Physik/Elektrotechnik und koordiniert grundsätzliche Fragestellungen des Netzbetriebes und -ausbaues mit anderen Institutionen innerhalb der Universität. Im Zuge des Netzbetriebes wurden durch Recherche und eigene Untersuchungen verschiedene Fragestellungen betrachtet und mit den hierbei gewonnenen Ergebnissen eine Wissensbasis aufgebaut. Zu den behandelten Problemen zählen:
Im Rahmen eines interdisziplinären Projektes wird in der ComNets-Gruppe untersucht, welche Übertragungsprotokolle für die Kommunikation zwischen der Basisstation und der Karte eingesetzt werden können. Hierbei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
Ein Reisender befindet sich in einer fremden Stadt und sucht ein Hotelzimmer. Auf seinem Handy oder PDA wählt er die WAP-Card "Hotelsuche" an. Die WAP-Software fragt von der GSM-Ebene den Standort des Handys ab und übergibt die Information an eine Datenbank, die die Hotels in der näheren Umgebung heraussucht. Die Ergebnisse der Suche, d.h. die Namen der Hotels werden auf der Anzeige des Handys ausgegeben. Der Benutzer wählt eines der Hotels mit dem Cursor aus. Beim Laden der Hotelliste von der Datenbank wurden zugleich die Telefonummern mit übertragen und im Handy zwischengespeichert. Der WAP-Client sucht die Nummer des ausgewählten Hotels heraus und reicht diese an die GSM-Ebene weiter zum Aufbau einer Telefonverbindung.
Das Besondere an diesem Szenario ist, daß Daten zwischen dem WAP-Dienst und dem darunterliegenden GSM-Dienst ausgetauscht werden: Zunächst befragt die WAP-Ebene die GSM-Ebene über den Standort des Handys. Das Ergebnis wird von der GSM-Ebene an die WAP-Ebene weitergereicht. Schließlich übergibt die WAP-Ebene der GSM-Ebene die Rufnummer des ausgewählten Hotels mit dem Zweck des Aufbaus einer Telefonverbindung. Ein solcher Datenaustausch zwischen der WAP und der darunterliegenden Mobilfunknetzebene ist bislang nicht möglich.
Es sind drei Programmierschnittstellen in der Entwicklung, die einen solchen Datenaustausch ermöglichen sollen: Eine vom WAP-Konsortium entworfene WTAI-Schnittstelle (Wireless Telephony Application Interface) und eine Schnittstelle von Sun namens JTAPI (Java Telephony Application Programming Interface). Bisher existieren allerdings nur Spezifikationen für diese Schnittstellen, aber noch keine Implementierung. Die Bibliothek, die die Schnittstelle implementiert, reicht die WTAI- bzw. JTAPI-Kommandos ihrerseits über eine Schnittstelle mit AT-Befehlssatz, wie man sie von Telefonmodems her kennt, an die GSM-Software weiter.
Im Rahmen des am Lehrstuhl laufenden Projektes wurden die drei Schnittstellen WTbzgl. ihres Funktionsumfanges miteinander verglichen. Ein PC-gestützter WAP-Browser wurde um eine WTAI-Schnittstelle erweitert.
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